Stadtbücherei Wolfratshausen
Stadtbücherei Wolfratshausen
Lesung in der Stadtbücherei Wolfratshausen: Spannende Bekenntnisse der Krimiautorin Christina Pertl
Von Peter Herrmann
Wolfratshausen, 18.3.2026 - Mit ihrem zweiten Kriminalroman „Wo keine Rettung naht“, erschienen im Herbst 2025, hat sich Autorin Christina Pertl erfolgreich in der deutschsprachigen Krimiszene etabliert. Bei einer Lesung in der Wolfratshauser Stadtbücherei begeisterte sie ihr Publikum und gewährte zugleich Einblicke in ihren kreativen Arbeitsprozess. Dabei vermittelte die in Waldram lebende Schriftstellerin auch interessante Eindrücke zum Entstehungsprozess ihres Werks.
Von Österreich nach Oberbayern
Bevor Pertl Textpassagen aus ihrem aktuellem Roman vortrug, stellte sich die 43-jährige Mutter von zwei Kindern kurz vor. Die gebürtige Grazerin arbeitete nach ihrem Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft zunächst als Journalistin für Magazine sowie in der Sportredaktion der österreichischen Tageszeitung „Kurier". Mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie in Waldram und arbeitet als freie Autorin an Romanen und Drehbüchern. Der renommierte Verlag Hoffmann und Campe veröffentlichte 2024 ihr Krimidebüt „Kein Land in Sicht". Darin erlebt Hauptprotagonistin Sarah Peters auf einem Kreuzfahrtschiff dramatische Vorfälle, von denen sie sich im Fortsetzungswerk zunächst nur langsam zu erholen scheint.
Abenteuer im Frauengefängnis
Eine befreundete Gefängnispsychologin inspirierte Pertl, den Schauplatz ihres zweiten Romans in eine Haftanstalt zu verlegen. „Dabei habe ich gar kein Faible für geschlossene Räume", gestand die Autorin. Reales Vorbild ist die niederösterreichische Justizvollzugsanstalt (JVA) in Schwarzau am Steinfeld. „Es steht auf einer ehemaligen Kaiserresidenz und gilt als schönstes Frauengefängnis Europas", verriet Pertl. Sie bezeichnete die JVA als wirtschaftlichen Kosmos, in dem Unternehmen weit unter dem Mindestlohn produzieren können. Die größte Gefahr gehe laut Pertl nicht von den inhaftierten Mörderinnen aus, die ihre Strafe meist klaglos akzeptieren. Ein viel größerer Risikofaktor seien viel mehr die Suchtkranken.
In ihrem Roman spielt vor allem die Droge Fentanyl eine entscheidende Rolle. Dass Kommissarin Sarah Peters bei ihren Ermittlungen im Gefängnis in lebensbedrohliche Situationen gerät, versteht sich da fast von selbst. Das Ende las die Autorin in der Stadtbücherei selbstverständlich nicht vor, zumal die Zuhörerinnen und Zuhörer ihre Bücher vor Ort käuflich erwerben und signieren lassen konnten. Einen dritten Teil der Sarah-Peters-Krimireihe wird es vorerst wahrscheinlich nicht geben. „Das werde ich zeitlich kaum schaffen", erklärte die vielbeschäftigte Mutter. Aufgrund des großen Recherche- und Schreibaufwands rechnet sich die Veröffentlichung eines Romans ohnehin nur bei den wenigsten Autoren. Christina Pertl merkte man bei der Lesung an, dass sie diese Herausforderung gerne angenommen hat.
Fotos: Peter Herrmann





