Loisachhalle Wolfratshausen
Loisachhalle Wolfratshausen
Opernklassiker auf Bayrisch: Viel Applaus für Kultabend in Wolfratshausen
Von Andrea Weber
Wolfratshausen, 28.4.2026 - In Wolfratshausen gehört die Reihe „Opern auf Bayrisch“ längst fest zum Kulturkalender. Alle zwei Jahre bringt das Ensemble große Opernklassiker in bayerischer Mundart auf die Bühne – humorvoll, ironisch und musikalisch hochwertig. Auch diesmal zog der Abend zahlreiche Besucher in die Loisachhalle.
Das Konzept ist ebenso einfach wie erfolgreich: Berühmte Opern werden in eine bayerische Welt übertragen. Aus dem tragischen Seemann aus "Der fliegende Holländer" von Richard Wagner wird etwa ein Mann vom Starnberger See, der sich nach der großen Liebe sehnt. In der Oper "Carmen" von Georges Bizet wird aus der Titelheldin ein fesches Madel mit tragischem Schicksal. Und der skrupellose Frauenheld aus "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart verwandelt sich kurzerhand in den Bauernbua „Sepperl“.
Das Publikum wusste, was es erwartete – und kam zahlreich. Bereits vor Beginn bildete sich eine lange Schlange im Foyer der Loisachhalle. Zwar war der Abend nicht komplett ausverkauft, doch die Plätze waren gut gefüllt.
Für die Texte sorgte der bayerische Autor Paul Schallweg, der die großen Opernstoffe mit viel Sprachwitz in Dialekt übertrug. Gesprochen wurden die Rollen von bekannten Bühnen- und Fernsehgesichtern: Gerd Anthoff, Conny Glogger und Helmut Schleich schlüpften mit sichtbarer Spielfreude in die Figuren der Opernwelt.
Bodenständig bayerische Variante
Die Sprecher erzählten von dramatischen Liebesgeschichten, Eifersucht und großen Gefühlen – allerdings in einer sehr bodenständigen, bayerischen Variante. So wird aus der Opernbühne kurzerhand der Königssee oder der Watzmann, und aus tragischen Helden werden Figuren, die man ebenso gut im Wirtshaus treffen könnte.
Begleitet wurden die Rezitationen vom „Musikensemble Opern auf Bayrisch“, das aus Mitgliedern großer Münchner Orchester besteht. Unter der Leitung von Friedrich Meyer interpretierten die Musiker die bekannten Opernmelodien mal als bayerische Blasmusik, mal als Stubenmusik mit Zither.
Für zusätzliche Klangfarben sorgte Percussionist Philipp Jungk. Wenn er etwa mit Bettpfandl, Nachttopf oder Kuhglocke rhythmische Akzente setzte, entstanden humorvolle Geräuscheffekte, die an die Begleitung alter Stummfilme erinnerten – sehr zur Freude des Publikums.
So verbinden die „Opern auf Bayrisch“ seit Jahren zwei Welten: die großen Klassiker der Opernliteratur und den bodenständigen Humor der bayerischen Mundart. In Wolfratshausen funktionierte diese Mischung erneut hervorragend – und sorgte für viele Lacher und langen Applaus am Ende des Abends.
Fotos: Andrea Weber







