Flussfestival Wolfratshausen 2021
Tausendsassa Michael Altinger singt, turnt und scherzt
Von Peter Herrmann
Wolfratshausen, 20.7.2021 – Sein Name ist nicht nur aufgrund seiner Auftritte im Bayrischen Fernsehen bekannt. Michael Altinger begeisterte das Wolfratshauser Publikum schon 2015 auf der Flussfestivalbühne. Dass sechs Jahre später aufgrund coronabedingter Hygienevorgaben nur 200 statt 400 Zuschauer über seine hintergründigen Rollenspiele und Gesangseinlagen lachten, tat der guten Stimmung keinen Abbruch.
Imaginäre Grillparty
Im Stile eines selbstbewussten Entertainers betrat Michael Altinger die Flussfestivalbühne und badete erstmal zwei Minuten im donnernden Begrüßungsapplaus des Publikums. „Ich genieße das wie eine Dusche“, erklärte Altinger. Wie vielen anderen Künstlern blieben ihm Live-Auftritte pandemiebedingt lange versagt. Durch die Mitwirkung an kabarettistischen Sendungen im Bayerischen Fernsehen, das Schreiben eines Buches sowie einer CD-Aufnahme überbrückte er die Krise. Altingers aktuelles Programm „Schlaglicht“ entstand bereits 2019 als zweiter Teil einer Trilogie mit ständig wiederkehrenden Darstellern und Rollenspielen. So erwartet er beispielsweise seinen Freund Helmut Lux auf einer imaginären Grillparty, die er durch die eingespielten Geräusche einer sich ständig öffnenden Tür und das Quietschen eines Kühlschranks darstellt. „I blas selber in den Grill – kein Fön, kein Blasebalg: Das verschafft mir ein analoges Gefühl“, behauptet Altinger. Als „Flexitarier" esse er selten Fleisch und grille nur böse Tiere.
Rocksongs und Liebeslieder
Zudem lachte das Publikum über Altingers skurrile Trimm-dich-Übungen und beklatschte die musikalischen Einlagen mit seinem Bühnenpartner Andreas Rother. Angefangen vom melancholischen „Boid bist du oid“ über das dröhnende „Rock me through the house“ bis hin zur schwungvollen Refrainzeile „Pollenallergie, so schöne Augen hattest du nie“ – der gebürtige Landshuter überraschte durch unerwartete Tonartwechsel. Kritik an einzelnen Politikern gab es dagegen kaum. Nur einmal schlug er CSU-Bundestagsmitglied Andreas Scheuer als „Scham-Minister“ vor, weil dessen Verfehlungen im Dieselabgasskandal und bei der nicht realisierten EU-Maut genug Anlass für diesen zweifelhaften Titel geben würden. Anlass zum Fremdschämen gaben auch die von Altinger parodierten Gespräche reicher Starnberger Frauen, die sich zum „Wischmobbing“ treffen. „Da werden Faszien gelacht bis in die Ohrläppchen“, behauptete der in Wasserburg lebende Kabarettist. Nach einem ironisch-klagenden Liebeslied an seine abwesende Frau und einem kurzen „Heimfahrgedicht“ verabschiedete sich Altinger von den laut klatschenden Zuschauern.
Tickets fürs Flussfestival sind erhältlich bei:
München Ticket
www.muenchenticket.de
Tel. 089/54 81 81 81
Bürgerbüro Wolfratshausen
info@wolfratshausen.de
Tel. 08171/21 40
Infos zum Programm: flussfestival.wolfratshausen.de
Fotos: Peter Herrmann







