Umweltschonende Bierproduktion: Erfolgreiche Öko-Auditierung für die Klosterbrauerei Andechs
„Wir gehen mit dem, was uns anvertraut ist, sorgsam um“
Andechs, 12.11.2013 - Die Klosterbrauerei Andechs hat im Oktober 2013 erneut die Öko-Auditierung nach den strengen EMAS-Richtlinien erhalten. EMAS steht für „Eco-Management Audit Scheme“ und gilt als eines der weltweit anspruchsvollsten Systeme für nachhaltiges Umweltmanagement. Mit Investitionen von über einer Million Euro in die umweltschonende Bierproduktion konnte die Klosterbrauerei Andechs ihren Gesamt-Energieverbrauch seit 2008 trotz konstant hoher Nachfrage nach Andechser Klosterbieren um fast 20% senken.
„Die Regeln des Heiligen Benedikts geben uns vor, die Nachhaltigkeit zu leben“
Im Sudhaus, dem sogenannten Herzstück der Brauerei, stellte die Klosterbrauerei Andechs am 8.11.2013 in einer Pressekonferenz ihren Umweltbericht vor. Historisch seien Benediktinerklöster immer schon Zentren für die Kultivierung, nicht nur im Bereich der Landwirtschaft und des Anbaus, sondern auch der Kultivierung des Weines und des Biere. Die Brauerei sichere den Lebensunterhalt der dort lebenden Mönche, sagte P. Valentin Ziegler (Cellerar Kloster Andechs). „Die Regeln des Heiligen Benedikts geben uns vor, die Nachhaltigkeit zu leben: Wie gehen wir um mit unseren Ressourcen, mit der Energie und mit den Dingen die uns anvertraut sind? Wie können wir diese Nachhaltigkeit leben? Unsere Gebete sind ein Lobpreis an den Schöpfer, in dem wir auch die Schöpfung nicht aus den Augen verlieren. Für uns in Andechs ist wichtig, dass wir mit dem, was uns anvertraut ist, sorgsam umgehen.“
Kontinuierliche Verbesserungen: Jedes Jahr wird ein neues Massnahmenprogramm verabschiedet
Für die anspruchsvolle EMAS-Auszeichnung im betrieblichen Umweltschutz müssen Grundanforderungen erfüllt sein: Die Einhaltung der Umweltvorschriften und das Bestehen eines funktionierenden Umweltmanagementsystems. Auch Transparenz ist gefordert, denn das Unternehmen verpflichtet sich zur Veröffentlichung der betrieblichen Umweltleistung. In der Klosterbrauerei wurden demnach alle umweltrelevanten Zahlen, Daten, Fakten ermittelt, aufbereitet und auch mit anderen Brauereien verglichen: Wo sind wir gut und wo gibt es noch Potential zur Verbesserung? Beispielsweise im Energieverbrauch: Wieviel Energie, Strom und Wärme brauchen wir in jedem einzelnen Bereich? Wie hat sich der Verbrauch über die Jahre entwickelt? Nur dann könne man entsprechende Maßnahmen ableiten und ermitteln wie der Umweltschutz am besten umgesetzt werden könne, weiss Dr. Uwe Götz (Geschäftsführer Arqum GmbH). Auch vor- und nachgelagerte Bereiche werden bewertet und analysiert um Emissionen zu vermeiden. Die Auswahl der Rohstoffe und die Transportwege werden untersucht und auch beim Handel werde geprüft was noch zu verbessern ist. Jedes Jahr wird ein neues Massnahmenprogramm verabschiedet um Verbesserungen zu erreichen.
„Wir sind sehr dankbar, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Weg mit uns gemeinsam engagiert gehen“
Die Klosterbrauerei Andechs gehört – nach Angaben der Arqum GmbH (die für die Klosterbrauerei Andechs beratend tätig ist) und dem Bayerischen Brauerbund - zu den derzeit 21 von rund 650 mittelständischen und großen Brauereien in Deutschland, die dieses EMAS-Audit erfolgreich absolviert haben. Im Rahmen des EMAS-Umweltaudits kamen seit Anfang 2013 alle Produktions- und Umweltmanagementprozesse in der Klosterbrauerei erneut auf den Prüfstand. Über den erfolgreichen Abschluss des Audits freut sich der Cellerar des Klosters Andechs, Pater Valentin Ziegler, besonders: „Für unsere Klosterbrauerei hat der Umweltschutz eine herausragende Bedeutung. Wer in einem Kloster lebt, der muss nach der Weisung der Bibel auch Gottes Schöpfung an diesem Ort schützen und die natürlichen Ressourcen schonen. Wir sind sehr dankbar, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Weg mit uns gemeinsam engagiert gehen.“ Für den Betriebsleiter der Klosterbrauerei, Alexander Reiss, ist das erneute Audit vor allem Ansporn: „Dieses positive Expertenurteil zeigt uns, dass wir auch mit den geplanten Investitionen für die kommenden Jahre auf dem richtigen Weg sind.“ Dr. Reiner Beer, Auditor und Geschäftsführer der Intechnica, ein weltweit tätiges Unternehmen, das Zertifizierungen vornimmt, ergänzt: „Ich finde es wichtig, dass gerade ein traditionsreiches mittelständisches Unternehmen wie die Klosterbrauerei Andechs Nachhaltigkeit propagiert und in nachweisbaren Prozessen umsetzt.“
Umweltschonende Produktionsprozesse mit der eigenen Qualitätsphilosophie verbunden
Seit 2008 hat die Klosterbrauerei im Bereich Energieeffizienz massiv investiert, um umweltschonende Produktionsprozesse mit der eigenen Qualitätsphilosophie zu verbinden. Zum Beispiel konnte der gesamte Energieverbrauch seit 2008 auf rund 47 kWh pro Hektoliter (hl) reduziert werden. Das sind rund 10 kWh pro hl oder 18 % weniger. Der Stromverbrauch ging von über 11 kWh pro hl 2008 auf unter 10 kWh pro hl 2012 zurück (-10 %). So benötigen nun neue Komponenten wesentlich weniger Strom. Abwärme wird für die Erhitzung von Wasser genutzt. 2012 ist der Erdgasverbrauch mit knapp 35 kWh pro hl deutlich unter das Niveau von 2008 gesunken. Das zeigt eine effizientere Gestaltung der Brauprozesse und eine optimierte Gebäudeheizung.
Ältester Wallfahrtsort Bayerns, geistliches Zentrum und Ausflugsziel für rund eine Million Besucher
Das Kloster Andechs ist auf eine intakte Umwelt angewiesen, sowohl als ältester Wallfahrtsort Bayerns und geistliches Zentrum, als auch als Ausflugsziel für rund eine Million Besucher im Jahr und Produzent hochwertiger Lebensmittel. Ökonomisches und ökologisches Handeln sind daher für das Kloster zwei Seiten einer Medaille. Die Klosterbrauerei steht daher für ein langfristig ausgerichtetes organisches Wachstum und für eine kontinuierliche Verbesserung ihrer Ökobilanz. Dabei tragen die Wirtschaftsbetriebe finanziell das pastorale, soziale und kulturelle Engagement des Klosters in München und Andechs. Diese Aktivitäten von der Seelsorge in Sankt Bonifaz und Andechs, über die Obdachlosenhilfe in München bis hin zu den Carl Orff-Festspielen in Andechs finanziert das Kloster ohne Mittel aus der Kirchensteuer.







