Helmut Schleich und seine multiplen Persönlichkeiten brillieren in der Wolfratshauser Loisachhalle
Kabarettwahnsinn eines Besessenen
Von Claudia Koestler
Wolfratshausen, 4.11.2013 - Ja, so ist das mit den Geistern, die man einst rief: Sie wieder loszuwerden ist eine schwierige Sache. Seit Helmut Schleich den Strauß, den Franz Josef, so perfekt parodierte auf dem Nockherberg, hat sich die Figur immer mehr breit gemacht in Schleichs Leben. Und das Deja vu ist auch für´s Publikum nicht weit: Der Kopf zwischen die Schultern geklemmt, die Hände am Revers, stetig wippend und die scharfen Worte Staccato-artig herauspolternd. Es wirkte tatsächlich, als ob der leibhaftige Franz Josef Strauß von Helmut Schleich immer wieder Besitz ergreifen wollte, um seine politischen Erben abzuwatschen.
Schleich zeigte in der restlos ausverkauften Wolfratshauser Loisachhalle sein jüngstes Programm mit dem Titel "Nicht mit mir". Und war dabei nicht alleine: Denn mit ihm, besser gesagt, durch ihn bevölkerte nicht nur auch Strauß, sondern gleich ein ganzes Konglomerat an verflossenen und heutigen Politikern und Persönlichkeiten die Bühne. Das Ergebnis: Ein satirisches Sperrfeuer und ein kabarettistischer Gewaltakt, wie es intelligenter und schlagfertiger kaum sein konnte. Denn Schleich ist kein Verpackungskünstler, der flaue Inhalte folgen lässt. Seine bestens inszenierten Rollenspiele und mimischen Possenstücke, die ihn selbst an Schnelligkeit zu überholen schienen, zeugten von kritischem Geist und maliziösen Innenbeleuchtungen.
Benediktbeuern
Leonhardifahrt in Benediktbeuern
Von Barbara Semelka
Benediktbeuern, 2. November 2013 - Die Frömmigkeit ist nicht aufgesetzt bei der nunmehr 132. Leonhardifahrt in Benediktbeuern:…
Wolfratshausen
Michael Fitz „Auf der Bühne bin i ganz i“
Wolfratshausen, 10.11.1013 (red) – Michael Fitz überzeugte sein Publikum am Freitagabend im Foyer der Loisachhalle mit seinem neuen Programm „wenn I schaug“. Der sympathische Musiker, auch bekannt als Schauspieler in der Rolle des Münchner Tatort-Kommissars Carlo Menzinger, signierte in der Pause seines Auftritts CDs und plauschte kurz mit den Zuhörern. „Deine Lieder begleiten mich immer und überall, denn das, über was du singst, das kenne ich selbst so gut“, lobte ein Fan.
Ernie Watts in Concert
Ein Weltklassemusiker in Wolfratshausen zu Gast
Wolfratshausen, 18.11.2013 – Im Rahmen der Reihe „Loisach-Jazz“ kam am Freitagabend der Weltklasse Saxofonist Ernie Watts aus Los Angeles (USA, CA) mit seiner europäischen Quartettbesetzung ins Foyer der Loisachhalle. Das war ein Konzertabend im Hochgeschwindigkeits-Tempo, ein Jazzmusik, die hohe Ansprüche an das Publikum stellte. Watts selbst definiert seine Musik so. „You must not have understood it, but you must have to feel it.“
Loisachhalle Wolfratshausen
Die Sehnsucht nach Freiheit
von Thekla Krausseneck
Wolfratshausen, 26.11.2013 – Das Junge Schauspielensemble München zeigte am Freitag in der Loisachhalle Wolfratshausen eine Vorstellung, die so erschütternd wie ergreifend war: „Die Weiße Rose – Aus den Archiven des Terrors“. Mit ihrer beeindruckenden Darbietung ließen die Schauspieler, so schien es, die jungen Rebellen rund um die Geschwister Hans und Sophie Scholl wiederauferstehen.
Historische Stadtführung Geretsried
Wanderung zwischen Bunkerruinen und Löschteichen
von Peter Herrmann
Geretsried, 1.12.2013 – Rund 40 historisch interessierte Bürger versammelten sich am Samstagnachmittag auf einem Parkplatz an der Sudetenstraße, um sich anschließend von Stadtführer Martin Walter die Geschichte von Bunkergebäuden, ehemaligen Munitionsfabriken und geheimnisvollen Gängen unter der Straße erklären zu lassen. Dabei konnten vor allem in dem Waldstück zwischen Jeschkenstraße und Tattenkofener Brücke versteckte Zeugen der Vergangenheit besichtigt werden.
Nicht nur eine Ergänzung, es ist eine gegenseitige Intensivierung, die Besucher derzeit mit Werken zweier Künstlerinnen in einer Ausstellung im Tölzer Stadtmuseum erleben können.
Aktuelle Arbeiten aus regionaler Tradition
Von Claudia Koestler
Bad Tölz, 5.12.2013 – Unter dem Titel „Gewachsen, geschaffen und sehr geliebt - Aktuelle Arbeiten aus regionaler Tradition mit der Ästhetik des Natürlichen“ stellen dort derzeit die beiden Reichersbeurer Künstlerinnen Birgit Niedernhuber und Lioba Siemers aus. In den ausschließlich großformatigen Bildern von Siemers werden Detailstudien von Blumen und Gräsern, von Flora und Fauna in übergroßen Ausschnitten zu Symphonien der Farben, der Stille und der Begeisterung.
Eine Umarmung von Klassik, Weltmusik und Jazz, die wie eine Frischzellenkur wirkt: Das Tölzer „Machado-Quartett“ im Konzert und mit neuer CD.
Musik, die dem Puls Beine macht
Von Claudia Koestler
Bad Tölz, 5.12.2013 –Die Geburt eines neuen strahlenden Sterns am Gitarren-Himmel erlebten kürzlich zahlreiche Zuhörer, als das „Machado-Quartett“ ein ausverkauftes Konzert im Tölzer „Gasthaus“ gab. Und das ist beileibe nicht zu hoch gegriffen. Denn was die vier Musiker Stefanie Kobras, Ingo Veit, Perry Schack und Bernhard Prüflinger in ihrem Konzert hinzauberten, nötigte Respekt ab und öffnete neue Räume für ein altes Instrument: Die Konzertgitarre.
Interview mit Willy Michl
„Isarindianer“ und Bluesmusiker
München, 7.12.2013 - Handwerklich perfekte Mitsinghymnen kreiert er fürwahr, aber das ist längst nicht alles. Denn Willy Michl ist eine Bühnenpersönlichkeit, der die Menschen als Musiker genauso berührt wie als Geschichtenerzähler. Und jemand, der als Mitglied des „Isarindianer“-Stammes ganz besondere Atmosphären schafft. Genau solche Freigeister und Querdenker wie Michl sind für Bayern wie das Salz in der Suppe oder eben die Kiesel in der Isar. Derzeit kann man den „Isarindianer“ und Bluesmusiker wieder in Konzerten im Oberland erleben. Unter anderem darf man sich auf Auftritte im Münchner Schlachthof und dem Lustspielhaus freuen mit ihrem seelenwärmenden Lagerfeuergefühl, wenn inmitten der großen (Fan-)Gemeinde dem musikalischen Häuptling gelauscht wird. Vorab aber nahm sich Michl Zeit für ein paar Fragen – über ihn, die Musik, die Isar, das vierte Element und die fünfte Dimension.
Senta Berger und der Wolfratshauser Kinderchor in der Loisachhalle.
Entschleunigter, zauberhafter Abend wider jede Weihnachtstümelei
Von Claudia Koestler
Wolfratshausen, 9.12.2013 - Ganz klar, es ist eine besondere Zeit, der Advent. Doch was Kindern erwartungsfrohen Glanz in die Augen zaubert, verursacht den Erwachsenen oft Stress. Dabei ist alles so einfach. Denn das Zauberwort heißt: Entschleunigung. Raus aus der Hektik, rein in die Besinnung. Genau ein solcher Ruhepol inmitten des Alltagstrubels war die Weihnachtslesung mit Senta Berger und musikalischer Begleitung durch den Wolfratshauser Kinderchor in der Loisachhalle.